Aktivitäten & Aktuelles in unserer Pfarre

 


 

Unsere Kirchenglocken

Zu einem üblichen Orts- bzw. Städtebild gehören landesweit unsere Kirchen mit ihren oft weithin sichtbaren Türmen. Überwiegend stellen sie den Ortskern dar und sind Zeichen - wie und von wo aus, sich ein Ort entwickelt hat. Besonders in Vösendorf lässt sich dies sehr gut erkennen. Sie sind aber auch Zeugen von den spirituellen und baulichen Leistungen früherer Generationen.

Zum hörbaren Flair  eines Dorfes, eines Marktes, einer Stadt gehören auch die Kirchenglocken. Seit dem 8.Jhdt. haben Glocken Heimat in unseren Kirchtürmen gefunden. Sie erinnern uns Menschen, auf Gott nicht zu vergessen, aber auch durch das Totengeläute (jeden Freitag um 15.00 Uhr = Sterbestunde Jesu) an unsere eigene Vergänglichkeit. Das Glockengeläute in der Frühe kann eine Einladung sein, unseren Tag mit Gott zu beginnen. Am Abend kann das Geläute eine Anfrage sein: "Was war heute mein Reden, Tun und Lassen vor Gott wert?"

Am Sonntag rufen uns die Kirchenglocken zum Gottesdienst. Im Vater unser heißt es: „Geheiligt werde dein Name“. Nach traditionellem Verständnis wird Gottes Name dann geheiligt, wenn Menschen an einem Ort zusammenkommen und zur Ehre Gottes Lieder singen, sein Wort hören und bedenken. Dafür besonders geeignet sind unsere Sonntagsgottesdienste.

Kirchenglocken haben oft eine besondere Geschichte. Unsere vier gegenwärtigen Kirchenglocken sind noch relativ jung. Während des zweiten Weltkrieges durften keine Glocken läuten, fast überall wurden sie nämlich von den damaligen Machthabern weggeschafft, eingeschmolzen und zu grausamen Vernichtungswaffen weiterverarbeitet. Nach dem auch dieser Krieg überstanden war, sehnten sich die Menschen in Vösendorf nach dauerhaftem Frieden. In den Jahren 1950-1960 hat auch deshalb unsere Bevölkerung große Anstrengungen unternommen, um neue Kirchenglocken zu erstehen. Die neu erworbenen Glocken verstand man als „Friedensgeläute“, laut einer Beschreibung aus der Nachkriegszeit.

So betrachtet, kann unser Glockengeläute auch als tägliche Erinnerung verstanden werden, sich mit unseren persönlichen Möglichkeiten (Fähigkeiten) für Gerechtigkeit, Frieden und Nächstenliebe einzusetzen.


Jede Kirchenglocke in unserem Kirchturm hat einen Namen und ist mit einer Inschrift versehen. Für ihre Formulierung dürften die Folgen des zweiten Weltkriegs ausschlaggebend gewesen sein:

Marienglocke (572 kg)

„Nie wollen wir aufhören deine Himmelfahrt zu preisen, o Maria, Königin des Weltalls. Im Jahre des Heils 1955“

Thaddäusglocke (358,50 kg)

„Hl.Thaddäus, in Jammer, in Elend, in Ängsten und Not erflehst du sicher Gnade vor Gott. Vösendorf im Jahre des Heils 1953“

 

Florianiglocke (183,40 kg)

„Bitte für uns, St. Florian, dass uns kein Unheil schade. Vösendorf im Jahre des Heils 1952“

C.M.Hofbauerglocke (102 kg)

„Hl .Clemens Maria Hofbauer bitte für uns. Gewidmet von der Gemeinde Vösendorf unter Bürgermeister Franz Rafetseder im Jahre des Heils 1959“


Unsere Glockenheiligen mögen uns helfen, Frieden in unseren Familien, Gesellschaften und Vereinen zu pflegen und zu bewahren.

Pater Josef Ritt SVD